Montag, 10. Juni 2013

Wider den Tugendterror des „Waldschlösschen-Appells“

http://bronioblog.blogspot.com/2013/06/wider-den-tugendterror-des.html

Kommentare:

  1. Was soll dieser eingeschnappte und realitätsferne Artikel?
    Ich als schwuler Jugendliche sehe in dem Waldschlösschen-Appell eine Aktion, die seit langem überfällig ist. Ich kann aus eigener Erfahrung vom homophoben und transphoben Gebaren in der Schule erzählen (Stichwort Schwuchtel) und wenn diesen perversen Menschen wie Martin Lohmann in der Talksendung hat aber fair oder auch Gabriele Kuby die Möglichkeit gegeben wird meine Freunde, meinen Freund und mich selber zu diffarmieren, dann sind wir an einem Punkt angekommen der nicht mehr tragbar ist. Freie Meinungsäußerung kann bei allem Respekt nicht für die Legitimation von Beleidigungen verwendet werden, besonders wenn es Minderheiten betrifft. Entweder man benutzt ein angemessenes Vokabular oder man lässt es ganz. "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt" ;-)

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    1. Und wer legt fest, was ein angemessenes Vokabular ist? Das Bundesamt für braves Sprechen? Warum sind Wörter wie "schwul" oder "queer" angemessen, während (wenn ich's richtg vestehe) "Schwuchtel" unangemessen, weil "homophob" ist? Meinst Du wirklich, das Verbot bestimmter Ausdrücke und die Ahndung ihrer Verwendung sowie ein TV-Verbot für bestimmte Leute würde irgendetwas an der "perversen Situation" ändern? "Nicht mehr tragbar ... Entweder ... oder man lässt es ganz." Sonst? Wem drohst Du da? Und womit?

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    2. Das Wort "Schwuchtel" wird in unserer Gesellschaft ganz klar als Beleidigung gebraucht und ist deshalb homophob, was gibt es denn da bitte noch zu diskutieren. Das Wort schwul hingegen bezeichnet die Homosexualität von Männern. Immer öfters wird dieses Wort aber als Synonym z.B. für etwas schlechtes, negatives missbraucht ("Ey, das ist doch voll schwul!").
      Queer ist lediglich ein Sammelbegriff für all jene Formen der Sexualität, die von der Heterosexualität abweichen (LGBT). Wir möchten der Gesellschaft keinen Maulkorb verpassen und auch kein "Bundesamt für braves Sprechen" gründen. Uns geht es um die Würde des Menschen und die eines jeden Menschen und den respektvollen Umgang miteinander.
      Der Appell verurteilt Aussagen wie (http://www.der-appell.de/):
      Homosexualität sei widernatürlich
      Homosexualität sei eine Entscheidung
      Homosexualität sei heilbar
      Heterosexuelle Jugendliche könnten zur Homosexualität verführt werden
      Homosexualität sei eine Begünstigung für sexuellen Missbrauch
      Die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften sei eine Gefahr für die Gesellschaft
      (etwa, weil durch sie weniger Kinder geboren werden würden)


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    3. Hier stimmt eigentlich nichts. (Außer den Beispielsätzen des Appells, die ich auch in meiner Polemik zitiert habe. Lesen hilft!) Schwul ist zunächst ein Schimpfwort gewesen und erst dann zur militanten Selbstbezeichnung geworden; mittlerweile gilt es als fast wertneutrales Wort. Noch in den 80er Jahren war der Ausdruck z.B. im Dt. Bundestag verpönt, heute kann man ihn auch in der "Tagesschau" hören. Die jugendsprachliche Verwendung (schwul vs. cool) ist ein Sonderfall, weil hier die sexuelle Konnotation in den Hintergrund getreten ist. Queer war und ist ebenfalls ein Schimpfwort, das militant aufgegriffen wurde. Da im Deutschen der Assoziationsraum der Herkunftssprache fehlt, erscheint es fälschlich als Fachvokabel, gleichsam als Synomym für LGBTI. Was es an Schwuchtel noch zu diskutieren gibt? Dass ich mir von kleinen Möchtegern-Zensoren wie Ihnen nicht im Namen politischer Korrektheit nachsagen lasse, ich sei homophob, wenn ich mich und andere als Schwuchtel bezeichne. Lernen Sie erst einmal etwas über die Geschichte der Homosexualität, der Homosexuellen und der Schwulenbewegung, bevor Sie andere schulmeistern! Mauern Sie sich nicht ein im Wohlgefühl kollektiver Rechthaberei (Uns geht es ..., Wir möchten ...), sondern nützen Sie jede Gelegenheit, Abweichungen von herrschenden Vorurteilen als Chance zu begreifen, die bestehenden Verhältnisse in Frage zu stellen.

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